Gute Messenger, böse Messenger

Innerhalb eines Projektes ging es um die Auswahl von Messenger-Diensten – da möchte ich doch gern nochmal etwas genauer hinsehen.

Prolog / Grundsatzgedanken / Vorweg:

Keine Technik ist per se “gut” oder “schlecht”. Wie wir sie nutzen ist ausschlaggebend.

Oder, bildlich gesprochen: Stift und Papier sind nicht verantwortlich für das, was mit ihnen geschrieben wird. Sie werden von Diktatoren genauso verwendet wie von Friedensnobelpreisträgern. Dafür kann der Stift nichts und manches Papier würde sich wohl gern selbst zerknüllen …

Ebenso ist es mit den Messengern. Klingt “platt”? Ist es aber nicht, denn die Vergleiche der neuen Medien fallen oft ähnlich aus und werden fast nie auf korrektem technischen Niveau geführt.

Grundsätzlich sollte uns allen klar sein, dass wir für den perfekten Datenschutz am besten sofort unsere Handys wegwerfen. Es ist immer wieder lustig zu beobachten, wie wie sehr sich alle Gedanken um die Sicherheit von Messengern machen. Vor allem, wenn das auf Facebook passiert. Hallo? Du bist da bereits mit einem Fuss jenseits allen Datenschutzes. Warum also Gedanken über den Messenger machen? Nimm doch einfach den, den Dein Umfeld benutzt und mit dem Du am besten klarkommst.

Denn schlimmer sind ganz andere Plattformen – Facebook, YouTube, Instagram …

Ihr seht, das eigentliche Datenschutzproblem liegt ganz woanders. Das nur vorweg.

Welcher Messenger?

Zurück zum Thema – welcher Messenger darf es denn nun sein? Telegram ist ein böser Russe, Threema versteht niemand, Signal ist langweilig, … also bleiben doch alle bei Whatsapp. Das ist die kurze Formel, auf die es sich meistens bringen lässt.

Whatsapp

ist und bliebt bei uns in Benutzung. Es haben alle, es funktioniert, ich mag da gar nicht lange drüber schreiben. Schon gar nicht, wenn wir ja parallel auch Facebook und Gmail nutzen. Dann ist Whatsapp einfach ein Tool aus derselben Liga und kann bleibe n.

Als Alternative zu Whatsapp …

… finde ich persönlich Telegram am benutzerfreundlichsten (aber bitte weiterlesen!), und vor allem übertragt es Grafiken in 1:1 Auflösung. Bei allen anderen Messengern werden Bilder komprimiert übertragen, d.h. mit Qualitätsverlust. Und das ist für viele unserer Aufgaben leider wichtig. LEIDER. Denn ansonsten muss ich tatsächlich den Stimmen recht geben, die Telegram inzwischen nicht mehr für eine gute Alternative halten. Es wird einfach zu gern von allen möglichen Schwurblern und seltsamen Kräften genutzt (ok, das gilt auch fürs Telefon, Facebook und andere technische Hilfsmittel), es hat keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (außer man stellt es selbst ein – und dann geht das auch nur in Einzelchats) und es speichert Daten auf irgendwelchen Zwischenservern. Schade, schade, schade.

… geht inzwischen hinsichtlich steigender Benutzerzahlen kaum einen Weg an Signal vorbei. Obwohl ich Signal nun wirklich “unsexy” finde und es Bilder nahezu zu Tode komprimiert. Damit ist “schick mir das mal eben” bei Grafiken nicht möglich, denn es kommt nur noch Pixelbrei an. Und Signal hat eine eigene Emoticon-Formatierung, die mich in den Wahnsinn treibt. Wieso hat man sich da nicht an die Quasi-Standards gehalten, so dass (y) zum Beispiel immer ein “Daumen hoch” ergibt und Doppelpunkt-Strich-GrossesD eben einen laut lachenden Smilie? Nein, Signal hat da ein eigenes Format … blöd. Vor allem für mich, die ich sowieso schon ständig  zwischen verschiedenen Systemen unterwegs sein muss. Da sind so Kleinigkeit einfach wichtig. Naja.

Persönliche Entscheidung

Wäre das Leben ein Wunschkonzert, würde ich beim guten alten IRC Chat bleiben. Und wenn es multimedialer sein soll, waren Skype bzw. die Businessvariante “Lync” wirklich nicht schlecht. Aber das ist Träumerei.

Denn die Entscheidung ist leider keine rein “persönliche”. Wir sind letztendlich von dem abhängig, was unser Umfeld nutzt. Und es ist einfach müßig, die “Glaubenskriege” mitzuführen, welcher Messenger nun der bessere ist. Ich habe festgestellt, dass sich niemand, der sich einmal auf ein bestimmtes Tool “festgelegt” hat, umgestimmt werden kann, und dass bei solchen Diskussionen nur sehr, sehr selten die Technik, sondern immer die persönliche Meinung im Vordergrund steht. Oder dass man mit Tonnen von halbrichtigen Quellen zugeschüttet wird, gegen die man sich so schnell gar nicht wehren kann. Darum kann man bei solchen Gesprächen nur verlieren.

Also “mischen” wir einfach, das heißt: da wir sowieso Facebook nutzen, werden wir sowohl beim Facebook-Messenger als auch bei Whatsapp bleiben. Telegram hat ebenfalls seine Berechtigung, da wir auch dort einige “gute” Gruppen und Channels nutzen und die verlustfreie, schnelle Bildübertragung für unsere Projekte schätzen (allerdings achten wir SEHR darauf, WAS wir per Telegram übertragen). Und auch Signal wird von uns genutzt – in der Hoffnung, dass sich mit steigenden Userzahlen auch die Funktionalität verbessert.

Weitere Informationen

Wer sich hierzu noch ausführlicher informieren möchte, hier eine Linksammlung:

Die Links zu den meistgenutzten Diensten:

Videokonferenzen

Was mir bei der Recherche zu diesem Artikel aufgefallen ist: fast alle Messenger bieten inzwischen interessante Optionen für Videokonferenzen an, so z.B. die Facebook Messenger Rooms oder die Signal Gruppenanrufe. Denn Zoom nervt mich total, und Teams funktioniert leider nur im Business-Umfeld wirklich gut. Aber dazu wird es gelegentlich einen eigenen Artikel geben.

Happy Quatsching,
antiblabla admina

Artikel ID 790

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